Was ist Mental Training - von Siff Obermair

Während meiner Ausbildung habe ich das Thema Mental Training für Schwimmer vertieft. Hier bin ich auf den Sportpsychologen Baumann gestoßen. Baumann beschäftigt sich mit den Zielen, Anwendungsfelder und Kriterien des mentalen Trainings und teilt diese in Lernen, Präzisieren und Stabilisieren ein:

Lernen:  Durch mentales Training können Lernprozesse sportlicher Bewegungen wesentlich beschleunigt werden. Am besten ist eine Kombination von praktischem und mentalem Training.

Präzisiere: Baumann beschreibt, dass erlernte Bewegungen in den Gedanken präzisiert werden können durch Wiederholungen. Dadurch können Schwachstellen und Abläufe verbessert werden, was sich positiv auf den Geist auswirkt.

Stabilisieren: Durch das Mentale Training können Bewegungen langfristig gefestigt werden. Im Bereich Schwimmen hilft Mentales Training zu einer Intensivierung des Schwimmtrainings, so dass dies nicht nur praktisch sondern verstärkt auch durch geistige Übungen stattfindet. In Erholungsphasen oder als Vorbereitung zu einem Wettkampf können Bewegungsabläufe im Gedanken gegangen werden „ohne“ körperliche Anstrengung. Das verleiht dem Sportler Sicherheit und Selbstvertrauen.

Baumann schreibt: „Das Erlebnis, die geforderte Aufgabe zumindest mental zu beherrschen, steigert die positive Leistungseinstellung und gibt dem Sportler auch im Falle des Misserfolgs das Gefühl, sein Bestes gegeben zu haben“.

Baumann sowie der Psychologe Eberspächer haben in den von mir gelesenen Fachliteraturen starken Fokus, auf das Eintrainieren der körperlichen Bewegungen, gelegt. Ohne Zweifel sind diese körperlichen Ausführungen des Mental Trainings im Sport sehr wichtig.

Es gibt Zeiten, wo Sportler aus Verletzungsgründe nicht intensiv trainieren können und darüber hinaus gibt es Sportarten, für die viele wiederkehrende Abläufe bis in das kleinste Detail präziesiert werden müssen. Dies ist zeitaufwendig und erfordert sehr viel Disziplin. In diesen Fällen kann das mentale Training bessere Leistung bringen begleitend zum praktischen Training. Im Schwimmsport sind solche Aläufe zum Beispiel der Startsprung oder die Bahnwende, in denen Hundertstel über die Positionierung entscheiden. Volle Konzentration auf den Startpfiff oder die zeitlich exakten Bewegungsabläufe zur Wende in Abhängigkeit auf Wasserhärte, Bahnbelegung sind hier entscheidend zu nennen.

Das Problem bei normalen Ratschlägen des Trainers ist, dass der Sportler sich nicht bewusst diese gut gemeinten Ratschläge einprägen kann. Zudem ist die ganze Wettkampfsituation für den Sportler mit einer hohen Anspannung und Nervosität verbunden. Wenn jedoch der Sportler sich diese ganzen Abläufe im Kopf unzählige Male durchgespielt hat, muss er gar nicht bewusst daran denken, sondern die Bewegungsabläufe sind so eintrainiert, dass sie unbewusst stattfinden. Diese unbewusste Kompetenz wird hier noch sinnlicher mit Eindrücken aus der Schwimmhalle.

Es ist wichtig, dass das Mental Training sowohl auf der körperlichen, geistigen sowie der Gefühlsebene abläuft – ganzheitlich. Die Ebenen sollten im Einklang stehen mit einer positiven Ausrichtung. Themen wie positive Gedankenmuster, Entspannung, Konzentration, sind hier wichtig, um den Erfolg im Sport zu gewährleisten.

Wenn es auf Interesse stößt dann lies auch gerne die Traumreise als Inspiration für Entspannungsübungen im Verein oder zu Hause. 

Bei Fragen oder Interesse an Mental Training könnt ihr euch gerne melden bei mir. 

VG Siff Obermair